AktuellesLouis Spohr und Kassel Als Louis Spohr (1784-1859) im Jahre 1822 sein Amt als Hofkapellmeister in Kassel antrat, war er bereits ein international gefeierter Geigenvirtuose und Komponist. Seine 1813 für Wien geschriebene Oper „Faust" galt als erste romantische Oper und wurde im 19. Jahrhundert in ganz Europa aufgeführt. In den ersten Jahren seiner Amtszeit machte er das Kasseler Orchester zu einem der bedeutendsten in ganz Deutschland. Auch für die bürgerliche Musikkultur leistete er Bedeutendes, indem er Laienchöre gründete und förderte und beispielweise die Tradition der Karfreitagskonzerte ins Leben rief. Bald schon zog er auch Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Welt nach Kassel. Insgesamt bildete er über 200 junge Musiker aus, die heute als „Kasseler Schule" ein Begriff sind. Auf sie gehen z. B. die Gründung der New Yorker Philharmoniker und die finnische Nationalhymne zurück. Besonders am Herzen lag ihm die soziale Anerkennung des Musikerberufes. Aber nicht nur für Musiker allein, sondern für alle Menschen strebte er ein faires und vernunftgeleitetes gleichberechtigtes Miteinander an und mischte sich deshalb immer wieder auch in die kurhessische Landespolitik ein. Der Kurfürst reagierte mit zunehmenden Schikanen und nahm Schließlich auch nicht an dem großen Trauerzug teil, mit dem die Kasseler Bevölkerung 1859 „ihren Spohr" zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Hauptfriedhof geleitete. Kassel verdankt Spohr viel. Sein Engagement wirkt bis heute fort. Grund genug,
ihn 2009, in seinem Jubiläums- und Gedenkjahr (5. April: 225. Geburtstag -
22. Oktober:150. Todestag) zu ehren. |